Die beiden Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in 1099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas. Auch vor der Pfaffendorfer Str. 18 finden sich zwei dieser in den Fußweg eingelassenen Stolpersteine.

Wir zitieren dazu von der website stolpersteine-leipzig.de:

"Bernhard Landesberg wurde am 29.07.1882 in Brody, Galizien geboren. Anna Landesberg (geb. Kalfuss) kam am 22.08.1895 in Bachowice, Galizien zur Welt. Die Eheleute hatten drei Töchter und einen Sohn. Die Familie lebte in der Pfaffendorfer Straße 18.

Bernhard Landesberg war Kaufmann und gründete 1918 in Leipzig eine Firma für Rauchwarenkommission. Er wurde am 10.09.1938 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Kurz vor Weihnachten 1938 ließ man ihn unter der Auflage, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen, wieder frei. Den Eheleuten gelang es Visa für sich selber, jedoch nicht für die gemeinsamen Kinder zu besorgen. Diese zurückzulassen kam für Anna und Bernhard Landesberg aber nicht in Frage. Erst mit den Kindertransporten 1939 nach England gelang es, die Kinder der Familie in Sicherheit zu bringen. Für die Eltern war es nun aber zu spät. Am 01.09.1939 brach der Krieg aus, sie konnten Deutschland nicht mehr verlassen.

Bernhard Landesberg wurde am 23.11.1939 erneut verhaftet. Er kam zunächst in das KZ Buchenwald, wurde später nach Sachsenhausen verlegt und dort am 07.06.1940 im Alter von 57 Jahren umgebracht.

Anna Landesberg blieb zunächst frei, musste jedoch in eines der sogenannten "Judenhäuser" in die Jacobstraße 11 ziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 10.05.1942 wurde auch die 46-Jährige nach Bełzyce deportiert und dort ermordet.

Ruth Rack, die jüngste Tochter von Anna und Bernhard Landesberg, äußerte sich im Juli 2015 wie folgt zu den Stolpersteinen:
"They gave their lives for us. It is my duty to remember them and that they are not forgotten when I am gone. What you are offering to do for me is helping to do just that. Thank you."

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