Giebichenstein

"Geh weg vom Stein! Dein Leben ist mein kommst nimmer heim!"

Giebichenstein (auch "Giebichensteinviertel") ist seit 1900 ein Stadtteil im Norden von Halle (Saale) am Ostufer der Saale.

Namensgebend für diesen Teil Halles ist der Giebichenstein mit seiner Burg: Seit ewigen Zeiten steht ein hoher, steiler Felsen über der Saale bei Halle. Über den Namen des Felsens, Giebichenstein, gibt es eine Sage. Vor mehr als zweitausend Jahren wollten die Römer das Land Germanien erobern. Der römische Feldherr Drusus kam mit seinem Heer bis an das Ufer der Saale. Am Fuße eines hohen Felsens ließ er das Heerlager aufschlagen (also Zelte für die Armee aufstellen). Eines Abends stieg Drusus auf den Felsen. Er überlegte, wo er eine Brücke über die Saale bauen könnte. Plötzlich trat eine riesige Frau auf ihn zu. Mit zornigem Blick rief sie: "Geh weg vom Stein! Dein Leben ist mein kommst nimmer heim!"

Drusus erschrak. Am Morgen ließ er das Heerlager abbrechen. Eilig zog er mit seinen Soldaten von der Saale weg. So eilig hatte er es, dass sein Pferd stürzte. Drusus brach sich ein Bein. Die Wunde heilte nicht; nach dreißig Tagen war er tot. Die Riesenfrau hatte Recht behalten: er kam nicht mehr nach Hause. Von dem geheimnisvollen Spruch: „Geh weg vom Stein“ erhielt der Felsen den Namen „Giebichenstein“.

Später wurde oben auf dem Felsen eine Burg gebaut. Sie heißt auch „Giebichenstein“. Der Dichter Joseph von Eichendorff hat darüber ein schönes Gedicht geschrieben. Es beginnt so:

"Da steht eine Burg überm Thale und schaut in den Strome hinein, das ist die fröhliche Saale, das ist der Giebichenstein."

Viele Jahrzehnte hindurch war die Burg ein Gefängnis. Die Gefangenen konnten nicht aus der Burg fliehen. Die Mauern waren dick, der Felsen hoch und steil. Auf allen Seiten war die Burg von Wasser umgeben: von der Saale und einem tiefen Wassergraben. Einmal ist doch ein Gefangener geflohen...

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